Southside Johnny with La Bamba’s Bigband: Grapefruit Moon – The Songs of Tom Waits
LEROY RECORDS (US) / EVANGELINE (UK) 2008
- Yesterday is Here
- Down, Down, Down
- Walk Away
- Please Call Me Baby
- Grapefruit Moon
- All the Time in the World
- Tango til They’re Sore - Johnsburg, IL
- New Coat of Paint – Shiver Me Timbers
- Dead and Lovely
- Temptation
Das Album “Grapefruit Moon: The Songs of Tom Waits” ist ein Traumprojekt. Seit mehr als 20 Jahren hat Southside Johnny Lyon in ungezählten Interviews immer wieder davon gesprochen, ein ganzes Album mit Liedern von Tom Waits aufnehmen zu wollen.
Fans und Journalisten haben diese Statements zum Schluß nur noch seinem besonderen Humor zugeschrieben und keinen Nickel mehr darauf verwettet, hat er doch statt dessen seit 2001, fast im zwei Jahre Rythmus, jeweils mehr als überzeugende Alben mit seiner Band, den Asbury Jukes, auf seinem eigenen Label “Leroy Records” herausgebracht.
Hier und da, zumal, immer wieder auch mit einer wunderbaren Coverversion eines Stückes des grossen Songwriters aus Kalifornien.
Ein ganzes Album mit Waits Songs wäre wohl toll gewesen – doch wirklich gewartet hat eigentlich niemand darauf. Denn das nächste Album und die nächste Tournee mit den Asbury Jukes waren immer die wichtigeren Projekte der unermüdlichen Band um den, mit all den Jahren scheinbar immer besser werdenden, Frontmann Southside Johnny.
Nun sollte es sich aber zutragen, daß eine, im amerikanischen TV Geschäft bemerkenswerte Entwicklung an anderer Stelle großen Einfluss auf Southside Johnnys Pläne ausüben sollte. Die Übernahme der Tonight Show von Jay Leno in Los Angeles durch den New Yorker Showmaster Conan O’Brien sollte nicht nur neue Sendezeiten, sondern auch neue Studios für O’Brien bedeuten. Nun mag es für einen Musiker in New Jersey zunächst irrelevant sein, von wo aus ein Talkmaster seine Show ausstrahlt, doch spätestens, wenn die Hausband der Show, die “Max Weinberg 7″ auch zwei Musiker umfasst, die eben auch in den Asbury Jukes eine wichtige Rolle spielen, musste Lyon deshalb auch seine Pläne anpassen.
Richie “LaBamba” Rosenberg, seines Zeichens Mitglied der Asbury Jukes schon seit Mitte der siebziger Jahre, enger Freund von Lyon und tragender Charakter der Max Weinberg 7, gehörte, gemeinsam mit seinem Jukes Kollegen Mark Pender, mit zu dem Treck, der sich in das gelobte La-La-Land nach Westen aufmachen sollte. Rosenberg, dessen charakteristische Posaune seit Jahrzehnten ein herausragendes Merkmal der Asbury Jukes Bläser Sektion war, ist nicht nur durch die Zusammenarbeit mit Southside Johnny und Conan O’Brien bekannt und geschätzt, sondern unter anderem auch als Arrangeur und Bandleader einer grossen, klassischen Big Band in New York City.
Schon eben so lang, wie Southside Johnny sich mit dem Tom Waits Projekt beschäftigt hat, sprachen Rosenberg und er über ein anderes, ein klassisches Big Band Projekt – ganz im Stil des anderen grossen New Jersey Band Leaders, des grossen Count Baise und seinem Orchestra.
Aufgrund der sich zuspitzenden Zeitpläne, war die Zeit gekommen, in der klar wurde, dass sich beide Pläne aufgrund der erheblichen Organisationsprobleme zwischen Ost- und Westküste nicht mehr realisieren lassen würden – warum also nicht beide Ideen kombinieren, und ein grosses Big Band Album mit Liedern von Tom Waits aufnehmen?
Und so begab es sich, dass Rosenberg schlußendlich mit einem Kofferaum voller Partituren doch durch den Tunnel nach New Jersey gefahren ist, Southside Johnny die 20 besten unter seinen bekannten Musikern um sich versammelt, und beide in Jon Bonjovis Heimstudio Sanctuary II. mit den Aufnahmen zum vorliegenden Album begannen.
“I’ve always admired Richie’s love of big band music,” sagt Southside über Rosenberg, “and of course, I like that too. That’s one of the reasons we have horns in the Jukes: I want the ability to do Stax/Volt and Count Basie-style stuff because I like the sound of horns. Much to my chagrin. It’s an expensive habit, you know?”
Nur vier Aufnahme-Sessions und zwei Jahre später liegt es nun vor uns: “Grapefruit Moon – The Songs Of Tom Waits”.
Ein bemerkenswertes Projekt, aus verschiedensten Gründen: Ausgedacht und von Beginn bis zum Abschluß eines weltweiten Vertriebsvertrages vollkommen aus der Tasche von John Lyon finanziert; mit einer Band, die bis auf zwei Liveauftritte im NOKIA Theatre am Broadway in New York City und im Count Basie Theater in Red Bank, New Jersey in dieser Form wohl kaum wieder zusammenkommen wird; und mit dem Siegel des grossen Schweigers Tom Waits höchstpersönlich.
Selbst nahe Vertraute John Lyons hätten nicht für möglich gehalten, was mit “Grapefruit Moon” nun weltweit im Handel und online erhältlich ist.
Es ist ein überragendes Werk. Bereits heute ein Klassiker, der es verdient hat, in den Kanon des “American Songbook” aufgenommen zu werden. Ein Album, welches in vielfältiger Weise den so vertrauten und lange bekannten Charakteren und Songs John Lyons und Tom Waits neue Seiten abgewinnt. “Grapefruit Moon” ist ein modernes, traditionelles, ein humorvolles und ein unterhaltendes Album mit Musik, wie es sie heute eigentlich nicht mehr gibt. So etwas nennt man gemeinhin einen Geniestreich.
Die Stimmung auf Grapefruit Moon ist so cool, wie seine Entstehungsgeschichte; weite, kraftvolle Big Band Sounds wechseln sich mit zarten, zerbrechlichen Passagen. “Yesterday Is Here” beginnt mit einem rauchigem Klavier, einer Flöte und Southsides Intro. Um dann mit einem schwelenden Inferno in “Down, Down, Down” überzugehen. Der Titeltrack ist gesungene Mondschein Romantik in Blautönen; “Tango ‘Til They’re Sore” ist ein klassischer Southside Johnny Blues Rag. “Please Call Me Baby” dann Jimmy Durante gleich, die Stimmung eines Abend Spazierganges durch die Straßen New York, “All the Time in the World” muss, wenn es Gerechtigkeit gibt, der Titelsong des nächsten James Bond werden.
Zwei weitere Titel sind speziell: Auf “Temptation” findet Labamba ein echtes klassisches Danceflor Arrangement, beginnend mit langsamen Latin-Rhythmen, die sich in einem Höhepunkt entfalten, der Ricky Ricardo stolz machen würde. “Das war das große Spektakel, das Richie kreieren wollte”, sagt Southside.
Worauf Lyon und Rosenberg vielleicht am meisten stolz sind, ist die Tatsache, dass sie Tom Waits persönlich dazu gewonnen haben, einen Titel mit ihnen aufzunehmen. “Er mochte es wirklich,” sagt Southside über die Demos die er ihm in das Nest geschickt hat, in welchem Waits in Kalifornien lebt. “Er schickte mir diese eine große E-Mail: “Bang! Pow! This is great! “Und ich dachte:” Gut. Er mag es. “Weil er sich echt um solches Zeug kümmert.”
Das finale Gütesiegel ist das Duett zwischen Lyon und Waits auf “Walk Away”, einem Lied, in dem er und Southside jenes tun, was sie am besten können: Romantisierung und Mythologisierung der Seele des gewöhnlichen Durchschnittstypen. “Ich dachte, es wäre lustig”, sagt Southside. “Wir haben beide diese Stimmen, die niemand wirklich für schön halten würde.”
Diese Charakterstimmen sind wirklich keine irischen Tenöre. Luciano Pavarotti und Placido Domingo singen in Harmonie. Dieses sind zwei Straßenköter am Scheideweg. Mit einer großartigen Band im Hintergrund.
Hollywood meets New Jersey.
Unser Urteil: FÜR IMMER & DIE EWIGKEIT
(Klaus Böttger)
Mehr über das Album GRAPEFRUIT MOON auf ASBURYJUKES.NET >>
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Saxes-Woodwinds
Frank Elmo – Alto & Soprano Sax – Flute Sessions 1,2,3,4
Baron Raymonde – Alto Sax – Flute Session 1,4
Erik Lawrence – Alto Sax – Flute Session 2
Jack Bashkow – Alto Sax – Flute – Bass Clarinet Session 3
Jerry Vivino – Tenor Sax – Flute – Alto Flute – Clarinet Sessions 2,3,4
Sam Bortka – Tenor Sax – Flute – Clarinet Session 1
Timmy Cappello – Tenor & Soprano Sax Sessions 1,2,3,4
Eddie Manion – Baritone Sax – Flute-Clarinet Sessions 1,2,3,4
Trombones
Brian Pastor Sessions 1,2,3
Nathan Mayland Sessions 1,2,3,4
Matt Bilyk Bass Trombone Session 2
Jeff Bush Session 4
Ben Williams Session 2
Clarence Banks Session 1
Art Baron Sessions 3,4
Jonathan Shubert Bass Trombone Sessions 3,4
Aaron Johnson Bass Trombone Session 1
Marcus Rojas Tuba Session 2
Trumpets-Flugelhorns
Mark Pender Sessions 1,2,3,4
Chris Anderson Sessions 1,2,3,4
Mike Spengler Sessions 1,2,3,4
John Barry Sessions 1,2
Stu Satalof Sessions 3,4
Rhythm Section
Scott Healy – Piano – Harpsichord Sessions 2,3,4
Michael Mancini – Piano Session 1
Glenn Alexander – Guitars – Mandolin – Dobro Sessions 1,2,3,4
Mike Merritt – Bass Sessions 1,2,3,4
Shawn Pelton – Drums and Percussion Sessions 2,3,4
Ray Marchica – Drums Sessions 1
Additional Musicians
Jeff Kazee – Hammond B3 Organ on Temptation
Howard Johnson – Tuba on Grapefruit Moon and Tango Till They’re Sore
John Ballesteros – Percussion on Temptation
Sue Hadjapoulos – Bongos on Dead and Lovely
Sean Grissom – Cajun Cello on Tango Till They’re Sore
Charlie Giordano – Accordion on Shiver Me Timbers
Produced by John Lyon and Dan Gralick




